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Ausschnitt aus der Kritik von
Thomas Zoch im Thurgauer Tagblatt

«Seelenschmerz kann sehr angenehm sein, wenn man ihn poetisch aufbereitet und musikalisch hübsch verpackt, so wie der Songwriter Egli, der im Z88 beeindruckte.
Kreuzlingen. Was ist der Sinn des Lebens? Wer bin ich? Wo liegen die Grenzen zwischen Traum und Realität? Mit solchen Fragen befassen sich Poeten und Philosophen seit Jahrhunderten. Von den Romantikern über Hermann Hesse und Franz Kafka bis zu David Lynch. In dieser geistesgeschichtlichen Tradition bewegt sich auch der Songwriter Adrian Egli in seinen überwiegend ruhigen, schweizerdeutschen Liedern, die er im Z88 zur Gitarre, aber auch mal eher archaisch mit Ukulele und Mandoline oder in bester Low-Fi-Pop-Manier am Kinder-Keyboard vortrug. Es sind meist einfach aufgebaute Songs, getragen von offenen Akkorden, schlicht schön mit schrägen Einschüben, ebenso gefühlsintensiv wie theatralisch vorgetragen, mit einer eindrucksvollen Stimme, die mal klar und stark, mal nur gehaucht ist – passend zur Zerrissenheit, die in den Texten zum Ausdruck kommt.
Das erinnert mal an die Cure in ihrer düsteren Phase, mal an das morbid-monotone Orgelspiel der früheren Velvet-Chanteuse Nico, dann wieder an die konfuse Komik von Tom Waits oder die radikale Poesie von Radiohead. Eine Art tragikomisches, absurdes Musiktheater.»

Ausschnitt aus dem Interview
von Brigitta Hochueli im Thurgauer Tagblatt
und auf thurgaukultur.ch

«Kommen wir zu Ihren eigenen Lieder. In ihnen erklingt ein sanfter melancholischer Ton. Die Texte sind zum Teil sehr deprimierend, zum Beispiel wenn es heisst ‹und i wott tod sy nöd e so verwirrt sy, nöd so blockiert sy nöd e so verirrt sy!› Was genau drücken Sie damit aus?
 Adrian Egli: Ich denke nicht, dass das meine Texte deprimierend sind. Sie sind vielleicht etwas provokant. Ich suche in meiner Kunst Erlösung. Die Todessehnsucht ist eine übertriebene, durchgeknallte Lebenslust. Ich ersterbe mir täglich neues Leben. Von wem sind sie beeinflusst? 
Adrian Egli: Ich schreibe wie und was ich will. Ich glaube, dass ich sehr eigenwillig Texte schreibe.Ich kann für mich selber eine Inspiration sein. Ich schreibe, wie ich die Welt sehe mit meinen Augen. Vielleicht bin ich beeinflusst von Hermann Hesse, Dylan Thomas und Eddie Vedder.»

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